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Zum ersten Mal in Dluzyna Gorna - ein Bericht von Petra J.
09.04. - 11.04.2010
Nun ist es geschafft! Nein, das ist falsch ausgedrückt: Wir sind geschafft! Die Fahrt nach Dluzyna Gorna ist nicht grad ein Katzensprung von Braunschweig, aber es lohnt sich!
Als wir am Samstag, nach einer ersten Nacht im Hotel, am Tierheim ankamen, war ich erst einmal total geschockt. Diese Lautstärke, dieser Gestank, diese armen, armen Kreaturen! Ich hätte heulen können! Den ersten Eindruck machten die Kettenhunde, allen voran der "Chihuahua" Cezar. Man muss dazu sagen, dass ich so große Hunde sehr respektvoll händele, sprich: Man muss sie ja nicht unbedingt anfassen. Aber dann lief Mone schon fast zu Cezar, ich hinterher. Ich hatte schon Schiss, aber dann überzeugte mich dieser Riesenkerl mit so viel Zuneigung, dass ich schnell merkte, es steckt ein Schoßhund in dem Kerl.
Das Tierheim selbst besteht aus reichlich Zwingern, in denen allerdings noch reichlicher Hunde "leben" müssen. Ich war zutiefst berührt, dass viele dieser Hunde trotz dieser widrigen Umstände so lieb waren. Sie kamen ans Gitter, bettelten förmlich um Zuneigung, Streicheleinheiten.Mone wusste genau, zu wem sie gehen konnte und wen sie besser links liegen lässt. Ich folgte ihr, ein wenig unbeholfen, da ich total überfordert war. Dann war da Simon, dieser liebe Kerl. Wer den mal bekommt... aber das könnte man von vielen dieser Hundis sagen!
Als wir dann ins Gebäude selbst gingen, schlug uns ein noch schlimmerer Geruch entgegen. Aber egal, ich wollte ja alles sehen. Noch mehr Hunde, noch mehr "Käfige" (so habe ich das empfunden). Und dann die Krankenstation, da blieb mir fast das Herz stehen! Ein alter, schwarzer Hund, dem Tod näher als dem Leben, eingenässt auf einer "Matte", eingesperrt in einem kleinen "Verlies" (das Wort ist hart, aber mir kam das so vor). Meine Güte, warum erlöst man so einen armen Kerl nicht? Aber als ich mich umdrehte, da war da die Sonne in Person: Sunny Sunshine, mein Seelenhund. Sie sah mich, ich sah sie, und es war alles klar. (Leider konnte ich sie nicht mitnehmen).
Dann haben wir den anderen Hund in ihrem Ställchen gesehen. Mone näherte sich ihm/ihr gaaanz vorsichtig. Schließlich wusste sie nicht ob der Hund lieb ist. War er aber. Sie nahm ihn hoch und ich sah nach ob es Männlein oder Weiblein ist. Es war ganz klar: Weiblein, denn sie war schon sehr trächtig. Was für ein trauriger Zustand! Ein kleiner, eingeschüchterter Hund, von irgendwem ins Tierheim gegeben, warum auch immer. Diese Augen, so traurig, doch trotzdem so voller Hoffnung. Das war Hope, der Name ist ihr Schicksal, denn sie wird nach Deutschland kommen.
Wieder draußen durfte ich Ramses kennen lernen. So ein wilder Hund, voller Energie und freundlich bis zum abwinken! Im Außenbereich, Freilauf (der überdacht werden soll), dann noch mehr Hunde. Unter ihnen Peppino. Was für ein süßer Kerl. Wer bringt so was ins Tierheim? Auch die anderen Hunde total zutraulich trotz dieser Umstände dort. Aber leider auch ein Hund, der ein Handicap hat. Mone nannte ihn Dancer, denn er "tänzelte" im Freilauf herum. Wie kann man das beschreiben? Er muss eine Störung im Nervensystem haben, denn es war alles total unkoordiniert. Ob das irgendwie zu retten ist? Wir wissen es nicht, denn niemand weiß, wo die meisten Hunde herkommen. Aber Energie hatte er schon, dieser Dancer!
Auf jeden Fall ist klar, das dieser Freilauf wenigstens teilweise überdacht werden muss. An dem Wochenende war es verhältnismäßig warm und trocken, aber wenn es kalt ist und windig und regnerisch, dann ist das für die Hunde sicher sehr hart. Auf sandigem Untergrund stehen ein paar Hütten, das war alles! Da haben es die Hunde im Zwinger schon besser, jedenfalls was den Wetterfaktor angeht.
Die Mitarbeiter tun sicher ihr Bestes um alles sauber zu halten, aber wenn in solchen Zwingern teilweise 5 und mehr Hunde "leben", dann kommt man einfach nicht hinterher. Das Futter ist wohl das Billigste, also lösen sich die Hunde dementsprechend. Und keiner geht hinterher und putzt das weg. Unvorstellbar! Und Streicheleinheiten oder mal Gassi? Unvorstellbar. Dafür reicht die Zeit einfach nicht.
Zum Abschluss: Ich bin total froh und glücklich, dass ich mitgefahren bin! Und es war mit Sicherheit nicht das letzte Mal. Ich werde so oft mitfahren wie möglich, denn vor Ort gibt es reichlich zu tun! Packt eure "Gammelsachen" ein und fahrt mit! Es lohnt sich!!!
©Petra J.
22.01. - 24.01.2010
Vom 22.1. bis 24.1.2010 waren wir wieder in Dluzyna Gorna. Diesmal sind wir schon mit einem merkwürdigen Gefühl gefahren, schließlich kennen wir polnische Tierheime im Winter und das Wochenende war mit ca. -15 Grad auch wirklich eisig kalt. Wir machten uns Gedanken, wie die Hunde draußen wohl überleben können. Mit im Gepäck hatten wir mehr als 250 kg Futter, 3 Hundemäntel, diverse Medikamente, Näpfe, Decken, Leinen und Halsbänder.
In den meisten Hütten liegt Stroh zum wärmen und die Mitarbeiter haben vor dem Winter auch viele der Hütten isolieren können. Trotzdem gibt es einige Hütten ohne Stroh.
Problematisch ist die Wasserversorgung bei diesen Temperaturen. Wir haben die Wassernäpfe mit warmen Wasser aufgefüllt, aber nachdem alle 160 Hunde versorgt waren, waren die ersten Näpfe schon wieder zugefroren. Auch das Futter gefriert sehr schnell.
Aber natürlich gibt es auch positives zu berichten. Dank Ihrer Spendenbereitschaft haben sich die Cezar und Wolfgang, die bei unserem letzten Besuch am 5.12.09 völlig abgemagert eingeliefert wurden, sehr gut erholt. Wolfgang ließ sich leider nur sehr schlecht fotografieren, er war immer in Bewegung. Aber die Bilder und das Video von Cezar zeigen, zu welch stattlichen Hunden die beiden sich gemausert haben. Cezar ist ein unheimlich liebevoller und verschmuster Rüde geworden, der von Streicheleinheiten nicht genug bekommen kann. Es ist immer wieder ein Wunder, dass Hunde aus derart schlechter Haltung den Glauben an das Gute im Menschen nicht verloren haben.


Am 13.1.2010 wurde diese ca. 8 jährige Schäferhündin ins Tierheim eingeliefert. Wir haben sie Hope genannt, denn sie ist trotz der Misshandlungen, die ihr widerfahren sind, voller Hoffung, sehr neugierig und lieb. Hope ist stark abgemagert und hatte bis vor kurzem noch starke Koordinationsstörungen, wohl ausgelöst durch heftige Schläge auf den Kopf. Nachdem Cezar und Wolfgang sich nun so gut erholt haben, benötigt Hope Aufbaunahrung, damit sie sich wieder zu einer prachtvollen Hündin entwickeln kann.



Diese ca. 8 Wochen alten Geschwister leben ohne Mama im Tierheim auf der Krankenstation. Wir haben sie Zoe, Gina und Oskar genannt. Oskar hat seinen Namen bekommen, weil er schon jetzt frech wie Oskar ist. An ihrer Zeugung wird sicherlich auch ein Schäferhund beteiligt gewesen sein. Aber da sie für ihr Alter wirklich klein sind, gehen wir davon aus, dass sie später nicht viel mehr als Kniehöhe erreichen werden. Oskar könnte allerdings Schäferhundgröße bekommen, er ist größer und kräftiger als seine beiden Schwestern. In ca. 4 Wochen dürften alle drei ausreisen und in ein Zuhause ziehen.
Die hübsche Zoe sieht so ganz anders aus als ihre beiden Geschwister

Der kleine Rotzlöffel Oskar

Gina scheint die schüchternste von den dreien zu sein


Leider haben sich immer noch keine Interessenten für Hinkebeinchen Moses gemeldet. Dabei kommt er mit seinem kleinen Handicap wunderbar zurecht und ist agil wie jeder andere Hund auch. Dank Frau S. Häring darf er nun einen wärmenden Mantel tragen, denn Moses lebt draußen im Freilauf.

Die Heimreise nach Deutschland durften diesmal die hübsche Klara und Mini-Maus Gacek mit antreten. Gacek ist wirklich eine ganz ganz kleine Maus, nicht größer als ein Rehpinscher und für ihre geschätzen 8 Jahre unheimlich fit, sehr sehr lieb und neugierig. Sie lebt nun in Welzheim auf Pflegestelle, zusammen mit einem 10 Monate alten Rüden.
Klara ist nach Braunschweig auf Pflegestelle gezogen und es gab gestern Abend auch gleich den ersten Kurzbericht und Bilder. Sie hat sich in ihrer Pflegefamilie sofort heimisch gefühlt und auch gleich die drei Ponys kennengelernt.



30.10. - 1.11.09
Fahrt ins Tierheim Dluzyna Gorna
Vom 30.10. bis 1.11.09 waren Helga ( Mikas ehemaliges Pflegefrauchen ) und ich in Görlitz. Wir wollten uns das Tierheim in Dluzyna Gorna, 20 km hinter der Grenze, ansehen und entscheiden, ob wir dort dauerhaft aktiv werden. Das Tierheim wurde uns bekannt, als am 22.10. das Bild einer abgemagerten Hündin aus diesem Tierheim durch den Tierschutz-Verteiler kam. Da wir gerade eine Pflegestelle frei hatten, beschlossen wir, dass wir Enny holen werden. Ein paar Tage später fanden wir auch für die kleine dicke Wilma ein Plätzchen und dann ging alles sehr schnell. Es wurde die Ansprechpartnerin Mariola angerufen, zwei Zimmer in einer Pension gebucht, das Auto mit Futter ect. beladen und los ging es. Von dem Tierheim waren wir angenehm überrascht. Natürlich fehlt es an einigem und es ist nicht mit einem deutschen Tierheim zu vergleichen. Aber für Polen ist es schon wirklich anständig. Es sitzen dort ca. 200 Hunde, 30 erwachsene Katzen und 10 Kitten. Es gibt 6 Mitarbeiter, die sich wirklich liebevoll um die Tiere kümmern und dafür sorgen, dass das Tierheim nicht in einen verwahrlost.
Alle Hunde werden bei Ankunft gechipt und bekommen die 5fach Impfung – allein das ist für ein polnisches Tierheim vorbildlich!
Wir möchten dort künftig nicht nur mit Futter unterstützen, sondern auch richtig mit anpacken. Es wird z.B. Hilfe beim reinigen der Zwinger oder beim füttern benötigt, man kann mit einigen Hunden Gassi gehen ect.
Einige der Hunde müssen an der Kette leben. Es wäre dringend eine weitere Zwingerreihe nötig, aber es fehlt an Geld.
Die Hunde in dem Tierheim haben keine Namen. Deshalb haben wir überlegt, ob wir Namenspatenschaften vergeben. Durch diese Namenspatenschaften wollen wir versuchen, Geld zusammen zu bekommen, welches dann für neue Zwinger eingesetzt werden soll.
Aber auch Kastrationen wollen wir im Rahmen unseres Kastrationsprojektes unterstützen.
Wir haben am Samstag angefangen einige Hunde zu katalogisieren. Die Chipnummern wurden ausgelesen, Bilder gemacht. Nun muss anhand der Nummern noch im Bestandsbuch nachgeschaut werden, welcher Hund wie alt ist. Vorstellen werden wir sie hier aber trotzdem schon einmal. Vielleicht findet sich ja doch der ein oder andere, der einem der Hunde einen Pflegeplatz oder sogar ein neues Zuhause geben möchte. Zwei kleine Hündinnen – die abgemagerte Enny und die kleine dicke Wilma – durften am Sonntag schon mit nach Deutschland kommen und wir würden uns sehr freuen, wenn es noch ein paar mehr schaffen würden, bevor der kalte Winter kommt. Wir haben uns vorgenommen, künftig mindestens einmal im Monat in das Tierheim zu fahren. Es wäre auch toll, wenn wir jedes Mal ordentlich Futter mitnehmen könnten.
Hier nun erst einmal ein paar Bilder die eigentlich für sich sprechen











Knutschkugel Wilma, die nun bei Silke und Opi Leo in Minden auf Pflegestelle ist

Die süße Enny ist nun in Salzgitter bei Kerstin auf Pflegestelle

©S.Schloos
21.09.09
Unsere nächte Fahrt ins Tierheim Boguszyce
Freitagvormittag brachen Daniela und ich erneut Richtung Polen auf. Wieder war das Auto vollgepackt mit Futter, Medikamenten, Verbandsmaterial sowie Kleiderspenden für die Pfleger.
Unser erster Stop führte uns zu Wioleta nach Gorzow, wo wir übernachteten. Samstagmorgen um 7 Uhr brachen Daniela und ich dann auf nach Boguszyce, Wioleta konnte uns nicht begleiten. Die Rückreise sollten Opi Leo ( ca. 12 - 14 Jahre alt, hat einen Sofaplatz in Minden gefunden) und Kater Gosik ( FIV positiv und blind zog nach Erkelenz zu einem ebenfalls positiven Kater) antreten, sowie Kozak, den wir für jemanden transportieren sollten.
Als erstes kam Kozak in den Raum. Er wurde auf ein Hundebett gelegt, wo er regungslos liegen blieb. Auch während der Fahrt zurück blieb er völlig bewegungslos in seiner Box liegen.

Als nächstes kam dann Opi Leo. Ein total verängstigtes Fellknäuel, so gut wie blind. Er kam mit der Situation überhaupt nicht zurrecht und wollte nur wieder aus dem Raum raus.


Wir wollten den Hunden weiteren Stress ersparen und möglichst schnell wieder aufbrechen, denn es lagen noch ca. 500 km Rückweg vor uns. Vorher ließen wir uns aber noch die Hunde beschreiben die gerade im Raum waren und für die auch ein Zuhause gesucht wird.
Die ca. 10 jährige Gipsy, die zusammen mit ihrer ca. 1 jährigen Tochter in einem Sack über den Zaun des Tierheimes geworfen wurde


Die wunderschöne Polna, die an einem Feldrand gefunden wurde und nun auf ein Zuhause wartet.


Sowie 5 Hundebabys im Alter von 8 Wochen


Leo, Kozak und Gosik kamen in ihre Boxen und wir brachen wieder auf Richtung Gorzow. Für Leo bedeutete diese Tour einen riesen Stress. Er bellte und jaulte die ersten 50 Km ununterbrochen und wir hatten starke Bedenken, dass er die Fahrt überstehen wird. Aus diesem Grund wollten wir ihm weiteren Stress ersparen. Bei Wioleta hätte er wegen den eigenen 4 Hunden im Zimmer eingesperrt werden müssen. Das wollten wir ihm nicht zumuten und haben beschlossen, Leo, Kozak und auch Gosik über Nacht in die Tierklinik zur Pension zu geben. Außerdem wollten wir Leo noch einmal untersuchen lassen.
Sonntagfrüh holten wir alle drei aus der Klinik ab. Dort warteten auch schon die beiden Collie-Damen Diana ( die jetzt Cayden heißt) und Luna auf uns. Beide durften in Hildesheim in eine Pflegefamilie ziehen. Und auch Hera, unsere ehemalige Kettenhündin, wartete in der Klinik auf die Abreise. Nachdem wir unsere 4 Hunde und das Katerchen sicher untergebracht hatten, konnten wir kurz vor 11 Uhr die Heimfahrt nach Deutschland antreten. Um 15:30 Uhr kamen wir vollbeladen in Braunschweig an. Für Leo ging es dann nach einer Pinkelpause weiter nach Minden, Cayden und Luna wurden von ihrem Pflegeherrchen nach Hildesheim abgeholt und Hera und Gosik fuhren mit Daniela noch weiter bis nach Hilden. Am späten Abend dann ein Anruf: alle Fellnasen haben die Fahrt gut überstanden und sind wohlbehalten in ihren Pflegefamilien bzw. Endstellen angekommen.
Ankunft bzw. Zwischenstop in Braunschweig
Leo



Luna

Cayden


Hera




Wir wollen bald wieder nach Boguszyce. Das Tierheim soll im nächsten August aufgelöst werden. Aber wir werden nach einer anderen Möglichkeit suchen, die Hunde zu transportieren. Es ist für die Vierbeiner einfach viel zu viel Stress die Strecke Boguszyce - Gorzow - Braunschweig und evt. noch weiter zurückzulegen. Wir denken über die Möglichkeit nach, ob wir uns künftig eine billige Unterkunft in der Nähe Lodz oder Warschau suchen und dann ohne Umweg über Gorzow direkt von Deutschland zum Tierheim fahren oder ob wir auf die Möglichkeit des fliegens zurückgreifen. Da werden wir in den nächsten Tagen Erkundigungen einholen, welche Fluggesellschaften Hunde transportieren und welche Flughäfen in Deutschland von Warschau oder Lodz angeflogen werden. Sollte diese Idee umgesetzt werden, dann benötigen wir neben Pflege- bzw. Endstellen natürlich auch Flugpaten, da Hunde nicht alleine fliegen dürfen.
©S.Schloos
12.07.09
Fahrt ins private Tierheim zwischen Łódź und Warschau
Mit einem vollgeladenem Auto starteten Daniela und ich am 10.7.09 um 11 Uhr von Braunschweig aus Richtung Gorzow. Leider bekamen wir nicht alle Spenden ins Auto, wir hatten schon reichlich Übergepäck, konnten aber ca. 400 kg Futter, diverse Medikamente, Nahtmaterial und Verbandszeug mitnehmen.

Unser erster Weg führte uns zu Wioleta, wo wir gegen 17 Uhr ankamen und übernachteten. Die Spenden wurden in den Bulli geladen, den Gitta freundlicherweise zur Verfügung stellte.
Samstagmorgen ging es dann um 5:30 Uhr los in Richtung Warschau. Nach über 6 Stunden Fahrt kamen wir endlich in dem Tierheim an. Dort leben aktuell noch 600 Hunde. Die Zustände waren nicht so schlimm wie erwartet. Allerdings bekamen wir auch nur einen kleinen Bruchteil zu sehen, da die Besitzerin ebenfalls anwesend war und wir nicht so fotografieren konnten wie wir es gerne getan hätten. Das Grundstück ist sehr groß, mit großen Zwingern. Einige der Hunde liefen aber auch frei herum. In einem der großen Häuser leben 200 Hunde.



Die Mitarbeiter und Helfer des polnischen Vereins "Ostatnia Szansa" ( Letzte Chance), die sich um das Tierheim kümmern, empfingen uns sehr freundlich und luden das Auto aus. Danach ging es ins Haus wo die Hunde gelistet, geimpft und gechipt werden. Einige Hunde sollten zusammen mit uns die Rückreise antreten.
Auch Aza, eine alte Hündin mit Hautkrankheit, kam mit und fand Aufnahme bei Gitta auf dem Tierschutzhof.


Diese kleine, namenlose 8 jährige Hündin konnten wir leider nicht mitnehmen. Sie hat eine schwere Verletzung am rechten Vorderbein und die Tierärztin hofft, dass das Bein nicht amputiert werden muss. Die kleine Schnauzermixhündin war unheimlich verschmust und es tat einem in der Seele weh, sie zurücklassen zu müssen.


Geschafft hat es aber Sisi, eine 10 Jahre alte Yorkihündin. Gitta war so lieb und gewährt Sisi Aufnahme, bis sie Anfang August zu Barbara nach Essen ziehen wird. Vorher wird sie allerdings von ihrem komplett verfilzten Fell befreit werden müssen.


Geschafft hat es auch Kaja, in die wir uns sofort verliebten. Kaja ist max. 1,5 Jahre alt, traumhaft lieb und anhänglich Sie lebte seit 3 Monaten in dem Tierheim, nachdem ihre Besitzer verstorben waren. Kaja kam Sonntag mit nach Deutschland, wo sie erst einmal bei Daniela zur Pflege wohnen wird. Noch ist sie sehr verängstigt, was sich aber sicher bald geben wir. Die Nacht bei Wioleta hatte ich sie bei mir im Zimmer, wo sie sich super lieb verhielt und ruhig neben meinem Bett liegen blieb.




Die Rückreise nach Gorzow traten wir mit insgesamt 9 Hunden an. Bis auf Kaja kamen alle erst einmal zu Gitta auf den Tierschutzhof.
Sonntagvormittag holten wir dann unseren Opi Dino aus der Tierklinik ab, wo er noch einmal eine letzte Blut- u. Ultraschalluntersuchung bekam, bevor er zu seinem neuen Herrchen, Danielas Vater, nach Papenburg ziehen konnte. Dinos Werte waren soweit alle ganz ok, sein Hoden- u. Prostatakrebs wurde allerdings abermals bestätigt. In unser Auto wollte Dino nur sehr ungern einsteigen, aber mit Hilfe eines Mitarbeiters der Klinik schafften wir es doch, ihn in die Box zu bugsieren. Während der Rückfahrt verhielt er sich ruhig und auch Kaja schlummerte ruhig auf Danielas Schoß. Nach knapp 5 Stunden kamen wir wieder in Braunschweig an, gingen mit den Hunden Gassi und dann ging es für Daniela, Dino und Kaja auch schon weiter Richtung Papenburg.
Abends um 22 Uhr dann ein Anruf von Daniela. Dino hat sein neues Zuhause sehr gut angenommen und schien vom ersten Moment an aufzublühen. Es ist ihm so sehr zu wünschen, dass er dort noch einmal Kraft schöpft und noch ein paar schöne Monate, vllt. sogar Jahre, hat. Die Aussichten sind sehr gut, Dino genoss seine neu gewonnene Freiheit und tobte gestern regelrecht über die Wiese, markierte fleißg sein neues Revier und verliebte sich sofort in Niki, seine neue Partnerin, eine Australien-Shepard Hündin.
An dieser Stelle bedanken wir uns noch einmal bei Frau Hering und Frau Stindt, die die Patenschaft für Dino hatten und es uns damit ermöglicht haben, ihn aus dem Tierheim zu holen. Wioleta sei ganz herzlich gedankt, dass sie sich während dieser Zeit um Dino kümmerte und mit ihm Gassi ging und natürlich für ihre Gastfreundschaft das Wochenende über. Ein herzliches Dankeschön auch an Gitta, die wieder einmal alten Hunden eine letzte Chance gibt und auch unserer Sisi ein vorrübergehendes Plätzchen gibt.
Es war ein sehr anstrengendes, aber auch sehr schönes Wochenende und in 4 bis 6 Wochen werden wir das wiederholen. Bis dahin hoffen wir, ausreichend Pflegestellen oder Endstellen für einige der Warschau-Hunde gefunden zu haben, damit auch sie die letzte Chance auf ein normales Leben haben.
©S.Schloos |