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Es gibt parasitäre Erkrankungen beim Hund, die hauptsächlich in Süd- und Osteuropa vorkommen.
Vor Aufnahme eines Tieres aus dem Ausland, sollten Sie sich unbedingt über diese sogenannten Mittelmeerkrankheiten informieren. Alle unsere Hunde werden getestet und im Fall eines positiven Testergebnisses wird dies in der jeweiligen Beschreibung des Tieres angegeben. Es ist sinnvoll, bei erfolgter Vermittlung das Tier nach 6 - 12 Monaten nachtesten zu lassen. Bei auftretenden Krankheitssymptomen muss natürlich sofort eine Blutuntersuchung erfolgen.
Bei Hunden aus Osteuropa ist kein Mittelmeercheck erforderlich.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung. Nachfolgend stellen wir Ihnen die wichtigstem Krankheiten vor.
Leishmaniose
Die Leishmaniose ist eine schwere Infektionskrankheit, sie muss aber nicht zwangsläufig auch ein Todesurteil sein.
Die Erreger, in mediterranen Ländern Europas ist das ausschließlich Leishmania infantum, befallen die weißen Blutkörperchen im Knochenmark und schädigen Organe wie die Leber, Milz und die Nieren.
Der wichtigste Überträger ist die Sandmücke, welche im gesamten Mittelmeerraum, in Frankreich, Osteuropa, der Schweiz und auch in Süddeutschland vorkommt. Die Infektion im Mutterleib ist ebenfalls bekannt. Eine direkte Übertragung vom Tier auf den Menschen und von Tier zu Tier wurde bisher nicht nachgewiesen. Im Speichel infizierter Hunde sind keine Leishmanien vorhanden, weshalb durch Hundebisse bzw. Speichelkontakt keine Ansteckung erfolgt. Auch die Übertragung durch Kot, Urin und frisches Blut ist unwahrscheinlich.
Die Symptome sind sehr vielfältig und je nachdem, in welcher Region der Hund infiziert wurd, sehr unterschiedlich.
Erste unspezifische Symptome können allgemeine Schwäche, Durchfall und Erbrechen, Appetitlosigkeit und Abmagerung sein.
Am auffälligsten sind Ohrrandnekrosen ("Ausfransen" der Ohren), oft begleitet von Schuppenbildung an den Ohren und am Kopf, später auch am gesamten Körper.
Häufig entstehen entzündliche Hautveränderungen, kleine, offene und kreisrunde Wunden, die schlecht verheilen. In deren Folge kann es zu Haarausfall kommen. Bei Hunden aus Griechenland kann man völlige Kahlheit beobachten, bei spanischen und italienischen Hunden einen Haarausfall um die Augenregion ( die sogen. "Brillenbildung"). Zusätzlich können Lymphknotenschwellungen, Entzündungen der Augenlider und übermäßiges Krallenwachstum auftreten.
Diagnostik: Blutuntersuchung, bei der ein leishmanienspezifischer Antikörpertest (IFAT) durchgeführt wird.
Eine Knochenmarkpunktion liefert einen direkten Nachweis. Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, die jeweils für das betroffene Tier individuell erstellt werden muss.
Unbehandel verläuft Leishmaniose meist tödlich. Früh genug behandelt haben die Hunde jedoch eine Chance, die Krankheit kann oft aufgehalten werden
Babesiose (auch Hunde-Malaria oder Piroplasmose)
Die Babesiose ist eine durch Protozoen hervorgerufene Infektionskrankheit. Sie wird überwiegend durch die Infektion mit Babesia canis verursacht. Die Übertragung erfolgt durch verschiedene Zeckenarten (Auwald- und Braune Hundezecke). Eine Übertragung vom Hund auf den Menschen oder von Hund zu Hund ist nicht möglich.
Die Babesien befallen die roten Blutkörperchen und zerstören sie. Die Inkubationszeit beträgt 3 - 16 Tage.
Babesiose kommt u.a. in Südeuropa, in der Schweiz, Holland und Frankreich vor. Auwald - (Dermacentor-) Zecken sind mittlerweile auch in fast ganz Deutschland verbreitet.
Die Erkrankung kann schleichend, akut, aber auch ohne deutliche Krankheitszeichen oder chronisch verlaufen.
Es kommt zur Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes, Apathie, Fieber, evtl. zu Gelbsucht, Leber- und Milzschwellung. Vereinzelt kann Durchfall, dunkler Urin und Hautveränderungen auftreten.
Nachdem die Erreger im Blut nachgewiesen wurden, wird mit Antiparasitikum behandelt.
Ehrlichiose
Ehrlichiose ist eine durch Ehrlichis canis, eine Bakterienart, hervorgerufene Erkrankung. Die Übertragung erfolgt durch den Stich der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Die Ehrlichien befallen die weißen Blutkörperchen und schädigen das Immunsystem. Die Inkubationszeit beträgt 8 - 20 Tage.
Ehrlichiose tritt häufig gemeinsam mit der Babesiose auf, da die Braune Hundezecke beide Erreger übertragen kann.
Ehrlichiose kommt in ganz Europa vor, besonders häufig in südlichen und östlichen Ländern. Die Erkrankung kann akut, oder meist chronisch, aber auch ohne erkennbare Symptome verlaufen.
Häufig tritt hohes Fieber, verbunden mit allgemeiner Schwäche, Übelkeit und Erbrechen auf. Durch das Absinken der Thrombozyten kommt es zur erhöhten Blutungsneigung. Evtl. kann Nasenbluten, Blut im Urin und Kot sowie Ödeme an den Gliedmaßen vorkommen.
Nachdem Ehrlichien bei der Blutuntersuchung nachgewiesen wurden, schließt sich eine mehrwöchige Behandlung mit Antibiotika an.
Rechtzeitig erkannt und behandelt ist Ehrlichiose heilbar. Unbehandelt kann die Erkrankung aufgrund der andauernden Blutungsneigung zum Tod des Hundes führen.
Filarien
In Europa sind verschiedene Filarienarten bekannt.
Dirofilaria immitis (Herzwurm)
Der Erreger wird von 60 verschiedenen Stechmückenarten übertragen. Auch die Übertragung im Mutterleib ist bekannt.
Erwachsene Herzwürmer leben vorrangig in den Pulmonalarterien und im Herzen. Sie werden 12 - 30 cm groß und haben eine Lebenserwartung von ca. 7 Jahren.
Dieser Parasit kommt in Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Portugal vor.
In Abhängigkeit von der Anzahl und der Lokalisation der erwachsenen Herzwürmer treten chronischer Husten (evtl. mit Blutbeimengungen), Gewichtsverlust, Schwäche und Atemnot auf.
Nachdem Mikrofilarien im Blut nachgewiesen wurden, wird mit starken und toxischen Medikamenten behandelt. Evtl. ist bei massivem Befall eine chirurgische Entfernung der erwachsenen Würmer erforderlich.
Dirofilaria repens
Auch Dirofilaria repens wird von verschiedenen Stechmückenarten übertragen, transplazentare Übertragung ist ebenfalls möglich.
Diese Filarienart lebt im Unterhautgewebe des Hundes, wird 5 - 17 cm groß und hat eine Lebenserwartung von bis zu 5 Jahren.
Dirofilaria repens ist humanpathogen.
Dieser Parasit ist in Italien, Frankreich, Griechenland, Spanien, Portugal, Ungarn, Slowenien, Rumänien, in der Ukraine und in der Südschweiz verbreitet.
Auch hier werden Mikrofilarien im Blut nachgewiesen und mit Antiparasitikum behandelt.
Acanthocheilonema reconditum (früher Dipetalonema reconditum) Überträger dieser Filarienart sind der Hunde - und Katzenfloh und wahrscheinlich Läuse und Zecken.
Erwachsene Würmer leben im Unterhautgewebe, in Körperhöhlen und der Niere, sie werden 9 - 26 mm groß und haben eine maximale Lebenserwartung von 2 Jahren. Dieser als harmlos angesehene Parasit kommt in Italien, Frankreich, Griechenland, Spanien und Portugal vor.
Ein Symptom für den Befalls ist die Erhöhung der eosinophilen Anteile unter den weißen Blutkörperchen (Hyper - Eosinophilie).
Nachdem Mikrofilarien im Blut gefunden wurden, wird hier mit dem Spot on - Präparat Advocate behandelt.
Je nach Lebenserwartung der Filarienart wird unterschiedlich lange therapiert.
Hepatozoonose
Noch vor einigen Jahren galt die Hepatozoonose als eine seltene Erkrankung. Heute tritt sie in den mediterranen Ländern jedoch häufig auf, besonders in Spanien, Portugal und den Kanarischen Inseln. In Griechenland, Italien und Frankreich seltener.
Die Übertragung des Erregers, Hepatozoon canis, erfolgt durch den Verzehr der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), nicht durch deren Stich, da sich der Erreger nicht in der Speicheldrüse der Zecke befindet.
Der Parasit gelangt durch die Darmwand, über Blut und Lymphe zuerst in Leber, Milz und Knochenmark, dann in die Muskulatur und Lunge. Schließlich werden die weißen Blutkörperchen befallen.
Anfangs kann Fieber, Appetitlosigkeit und Lymphknotenschwellung auftreten. Es können sich weiterhin entzündliche Infiltrate in Leber, Lunge und Knochenmark sowie Nekrosen in der Milz und Leber bilden.
Im chronischen Verlauf kann es u.a. zu Abmagerung, Anämie, Nasen- und Augenausfluss, blutigem Durchfall, Muskelschwäche verbunden mit steifem Gang und epileptischen Anfällen kommen.
Zur Zeit stehen keine spezifisch wirksamen Medikamente zur Verfügung. Einige der erkrankten Hunde sterben, andere erholen sich spontan.
Giardien
Giardien sind Parasiten, die sowohl im Darm von Hunden und Katzen als auch des Menschen vorkommen. Sie werden hauptsächlich durch die Aufnahme von verunreinigtem Trinkwasser aufgenommen.
Die Einzeller heften sich an die Darmwand ihres Wirtes, dort kommt es zu einer starken Vermehrung des Parasiten, was zu einer Schädigung der Darmschleimhaut und damit zu Durchfall führt. Dieser ist oft schleimig, gelblich (manchmal auch blutig) und sehr hartnäckig. In manchen Fällen erbrechen die Tiere auch.
Mit dem Kot werden große Mengen des Parasiten wieder ausgeschieden, damit ist das Ansteckungsrisiko sehr hoch.
Mit Hilfe spezieller Anreicherungsverfahren werden Giardien in Kotproben festgestellt. Behandelt wird mit Metronidazol.
Staupe
Die Hundestaupe ist hochgradig ansteckend. Bei der anfänglichen Diagnostik wird sie oft nicht erkannt und als Zwingerhusten deklariert. Für den Laien ist sie überhaupt nicht erkennbar. Bei einem geimpften Hund ist es fast unwahrscheinlich, dass die Staupe ausbricht, aber es sind min. drei verschiedene Virenstämme womit das Immunsystem zu kämpfen hat. ( Kopf - Atemwege und Nase – Augen , dann der Magen – Darm Bereich, und am schlimmsten, das Zentralenervensystem -ZNS- ) . Wenn jetzt z.B. das Immunsystem des Hundes durch irgendeinen Umstand geschwächt ist, sei es durch irgendeine Infektion und die Abwehrkräfte sind zu schwach, kann auch hier so ein kleiner Staupevirus zuschlagen. Die Ansteckung kann überall geschehen. Der Staupevirus ist eng verwandt mit dem Rinderpest - , Masern - und Staupevirus der Robben. Es ist sehr labil und wird durch die meisten Desinfektionsmittel zerstört. Hier sind es sehr viele Faktoren die zu der Krankheit führen. Eine spezielle Behandlung wurde noch nicht gefunden, was aber sehr gut hilft, ist die Gabe von Immunglobulinen ( Stagloban ) und ein Breitbandantibiotika zur Bekämpfung der bakteriellen Folgeinfektionen. Bei der ZNS Staupe ist ein einschläfern human gegenüber den Symptomen der Krankheit.
Zwingerhusten
Auf deutsch – eine Bronchitis könnte man sagen. Sehr viele Erreger sind dabei beteiligt. Viren und Bakterien mischen hier kräftig mit. Eine Immunität gegen diese Bakterien entwickelt sich nur sehr langsam. Es kann bis zu 14 Wochen dauern und nach min.6 Monaten sind sie dann resistent, aber ca. 14 Monate nach der Infektion sind sie wieder empfänglich. Der Erreger wird über das Niesen und Husten weiterverteilt (Tröpfcheninfektion), wobei auch das Sekret auf der Kleidung ansteckend ist . Der Kontakt mit anderen Hunden sollte dann vermieden werden. Auch strenge Hygienemaßnamen sollten ergriffen werden, übliche Desinfektionsmittel wie z.B. Hypochlorit und Amoniumverbindungen helfen im Haushalt weiter. ( Chlorix , Domestos usw . ) Behandelt wird mit Antibiotika und ggf. mit codeinhaltigen Mitteln in Tabletten- oder Saftform (z.B. Atussin).
Parvovirose
Die Parvovirose ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung. Canine Parvoviren , die Erreger dieser gefährlichen Krankheit, werden von erkrankten Tieren über längere Zeit massenhaft mit dem Kot ausgeschieden und sind in der Außenwelt sehr lang lebensfähig. Somit stellt nicht nur der direkte Kontakt mit einem erkrankten oder noch Viren ausscheidenden Tier und jedes "Hundehäufchen" eine potentielle Ansteckungsquelle dar, auch über kontaminiertes Futter , Kleidung und Gegenstände kann sich ihr Hund infizieren.
Die Parvovirose ist nach wie vor die wichtigste und gefährlichste virale Erkrankung der Hunde. Sie tritt vereinzelt in Zwingern, wo sie durch hohen Infektionsdruck auch zum großen Problem werden kann, auf. In den frühen 70ern trat diese Erkrankung, die dem "Katzenvirus" sehr ähnlich ist, bei Hunden erstmals auf. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft ist die Katze für das "Hundevirus" empfänglich, - ebenso wie der Hund für das "Katzenvirus".
Erhöhte Gefahr besteht durch verstärkte Einfuhr aus osteuropäischen Ländern und verstärkter Reisefreudigkeit. Das Parvoviren sind überall zu finden und außerordentlich widerstandsfähig. Sie bleiben in der Umwelt Monate infektiös. Das Virus wird mit dem Kot über 12 - 14 Tage ausgeschieden, wobei es vermutlich auch Dauerausscheider gibt, da das Parvovirus dazu neigt zu persistieren. Virushaltiger Kot ist die Hauptursache für eine Ansteckung neben infizierten Gegenständen. Besonders betroffen sind Welpen im Alter von 6 - 8 Wochen, bedingt durch die "Immunologische Lücke".
Die Parvovirose kann in zwei verschiedenen Formen verlaufen, Herzmuskelentzündung und Darmwandentzündung. Die Herzmuskelentzündung kommt nur bei jungen Hunden bis zu einem Alter von drei bis vier Monaten vor und ist heutzutage ausgesprochen selten. Im Gegensatz dazu ist trotz umfangreicher Impfungen eine Eindämmung der Form von Darmwandentzündung nicht festzustellen.
Das Virus vermehrt sich in sich schnell teilenden Zellen, weshalb es eine besondere Affinität zum Knochenmark und lymphatischen Gewebe hat. Die betroffenen Zellen sterben ab. Durch die zerstörte Darmwand können Bakterien und Toxine in die Blutbahn gelangen und Blutvergiftungen hervorrufen.
Die Krankheit beginnt mit hochgradiger Mattigkeit, Teilnahmslosigkeit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und hohem Fieber oder Untertemperatur. Kurz darauf erbrechen die Tiere massiv, zunächst Reste der letzten Mahlzeit, bald nur noch Schleim und Galle. Hinzu kommt explosionsartiger, stinkender Durchfall, der anfangs wässrig ist, aber bald blutig wird und Darmschleimhautfetzen enthält. Durch Erbrechen und Durchfall verliert der Hund sehr schnell große Mengen Flüssigkeit, er leidet unter starkem Durst, ist aber in diesem Zustand meist schon zu geschwächt, um noch selbst zu trinken. Rasche Austrocknung führt zu einem deutlich sichtbaren Verfall und Gewichtsverlust bis zu 15% und letztlich zum Tod. Selbst wenn bei den ersten Anzeichen der Krankheit tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird, sind trotz aufwendiger Intensivmedizin besonders Jungtiere meist nicht zu retten. Entscheidend für den Verlauf der Erkrankung ist ein Beenden der schweren Durchfälle und ein Ausgleich des Wasserhaushaltes sowie eine ausreichende Versorgung mit Elektrolyten, insbesondere Kalium und Bicarbonate. Bei sehr jungen Welpen kann die Infektion zum akuten Herztod führen, ohne dass die Welpen vorher Krankheitssymptome gezeigt haben. Tiere, die die Erkrankung überleben, können dauerhafte Herzschäden mit entsprechend eingeschränkter Leistungsfähigkeit zurückbehalten.
Der Erreger kann im Kot nachgewiesen werden. Der beste Schutz gegen die Parvovirose ist die konsequente Impfung.
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